Die internationalen Eishockey-Regeln

Regel 624 - Abseits (Offsides)

11.04.2004

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Eishockeyregeln


Regel 624 - Abseits (Offsides)

a) Spieler der angreifenden Mannschaft dürfen nicht vor dem Puck die Angriffszone erreichen.

b) Bei Verletzung dieser Regel muß das Spiel unterbrochen und ein Einwurf durchgeführt werden. Wenn der Puck zum Zeitpunkt des Vergehens über die blaue Linie geführt wurde, wird der Einwurf in der neutralen Zone durchgeführt, und zwar an dem Anspielpunkt, der jener Stelle, wo der Puck die Linie überquerte, am nächsten liegt. Handelte es sich aber um einen Pass oder einen Schuss über die blaue Linie, wird der Einwurf an jener Stelle vorgenommen, von welcher der Pass bzw. der Schuss ausging.

Note: Ein Spieler, der den Puck unter Kontrolle hat und führt, darf die Linie vor dem Puck überschreiten; es wird nicht auf abseits entschieden.

c) Der entscheidenden Faktor für eine Abseitsentscheidung ist die Stellung der Schlittschuhe des Spielers und nicht die des Stockes. Ein Spieler ist abseits, wenn er die blaue Linie in der Angriffshälfte mit beiden Schlittschuhen vollkommen überschritten hat.

Note 1: Ein Spieler ist „diesseits", wenn einer seiner Schlittschuhe mit der blauen Linie Kontakt hat oder er sich in dem Augenblick, in dem der Puck die Linie vollkommen überschreitet, auf seiner eigenen Seite der Linie befindet, die Position des Stockes ist nicht maßgebend.

Es muß festgestellt werden, dass die Stellung der Schlittschuhe des Spielers entscheidet, ob sich der Spieler diesseits oder abseits befindet. Die Frage des Abseits entsteht aber erst dann, wenn der Puck die Linie vollkommen überschritten hat und in die Angriffszone gelangt ist. In diesem Moment muß die Entscheidung getroffen werden.

d) Der Linienrichter zeigt ein „verzögertes Abseits" an, wenn sich ein oder mehrere angreifende Spieler vor dem Puck in der Angriffszone befinden, in die der Puck von einem Mitspieler geschossen, gepasst oder abgelenkt wurde, oder wenn dieser von einem verteidigenden Spieler wieder in die Angriffszone zurückprallt, jedoch ein verteidigender Spieler in der Lage ist, den Puck zu spielen.

Der Linienrichter muß den Arm fallenlassen, um das „Abseitsvergehen" zu annullieren und das Spiel weiter laufen zu lassen, wenn:
1. die verteidigende Mannschaft den Puck in die neutrale Zone passt oder führt
2. alle angreifenden Spieler in der Angriffszone (zum Zeitpunkt, in dem der Puck die blaue Linie überquert) die Angriffszone freimachen, indem sie die blaue Linie mit dem Schlittschuh berühren.

Falls der Puck in Richtung des Tores geschossen wurde und der Torhüter dadurch veranlasst ist, den Puck zu spielen, ist das Spiel sofort zu unterbrechen und es wird auf Abseits entschieden.

Sollte ein angreifender Spieler den Puck berühren oder versuchen, einen freien Puck in Besitz zu bekommen, während der Puck sich noch in der Angriffszone im Abseits befindet oder den verteidigenden Puckführenden weiter in die Angriffszone zurückdrängt, muß der Linienrichter das Spiel unterbrechen.

Note: Die Angriffszone muß völlig frei sein von angreifenden Spielern, bevor ein verzögertes Abseits aufgehoben werden kann, wenn sich der Puck noch in der Angriffszone befindet.

e) Wenn ein Spieler den Puck regelkonform in die eigene Verteidigungszone führt oder passt, während sich ein Spieler der gegnerischen Mannschaft in dieser Zone befindet, wird kein Abseits angezeigt und das Spiel geht weiter (kein verzögertes Abseits).

f) Wenn nach Absicht des Linienrichters ein Spieler absichtlich ein Abseits verursacht hat, muß der Einwurf am Endanspielpunkt in der Verteidigungszone der schuldigen Mannschaft erfolgen.

Note: Um ein absichtliches Abseits handelt es sich, wenn dadurch eine Spielunterbrechung herbeigeführt werden soll, aus welchem Grund auch immer, oder wenn ein Abseitspass erfolgt, wo keine Möglichkeit mehr besteht, den Pass regelkonform zu spielen.

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