Die internationalen Eishockey-Regeln

Regel 618 - Unerlaubter Weitschuß des Pucks

12.04.2004

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Regel 618 - Unerlaubter Weitschuß des Pucks

a) Für die Anwendung dieser Regel wird die Eisfläche durch die Mittellinie in zwei Hälften geteilt. Wenn ein Spieler einer Mannschaft, welche die gleiche zahlenmäßige Spielstärke hat oder zahlenmäßig stärker als die gegnerische Mannschaft ist, den Puck aus seiner eigenen Spielhälfte über die Torlinie der gegnerischen Mannschaft hinausschiebt, schlägt oder ablenkt, muß das Spiel unterbrochen und der Puck am dem der letzten Berührung am nächstgelegenen Endanspielpunkt der schuldigen Mannschaft eingeworfen werden, es sei denn, der Puck dringt in das Tor der gegnerischen Mannschaft ein - in diesem Fall gilt das Tor.

Für die Anwendung dieser Regel ist der Punkt der letzten Berührung mit dem Puck durch die sich im Besitz des Pucks befindliche Mannschaft maßgeblich für die Feststellung, ob ein unerlaubter Weitschuß vorliegt oder nicht.

Note 1: Wenn während der Dauer einer angezeigten Strafe (delayed whistle), verschuldet durch ein Foul eines Spielers der Mannschaft, die nicht im Besitz des Pucks ist, die Mannschaft, die im Puckbesitz ist, einen unerlaubten Weitschuß durchführt, findet der Einwurf nach Spielunterbrechung in der neutralen Zone nahe der blauen Verteidigungslinie jener Mannschaft, die den unerlaubten Weitschuß durchgeführt hat, statt.

Note 2: Falls eine Mannschaft wegen einer Strafe in der Minderheit und die Strafe beinahe abgelaufen ist, ist kein „unerlaubter Weitschuss" anzuzeigen, wenn die Mannschaft zum Zeitpunkt, wo der Puck geschossen wurde, sich unter der zahlenmäßigen Stärke der gegnerischen Mannschaft befunden hat. Durch das Verbleiben des bestraften Spielers auf der Strafbank ändert sich nichts an der Regelung.

Note 3: Wenn der Puck geschossen wird und vom Körper oder Stock eines gegnerischen Spielers in seine eigene Spielhälfte zurückprallt und dabei die Torlinie des Spielers, der den Schuss ausführt, überschreitet, kann dies nicht als „unerlaubter Weitschuß" bezeichnet werden.

Note 4: Ungeachtet der Bestimmungen dieses Abschnitts bezüglich des Schlagens des Pucks im Hinblick auf die Regel „unerlaubter Weitschuß" finden die Bestimmungen des letzten Absatzes von Regel 614 e) - Spielen des Pucks mit der Hand - Anwendung, und es kann kein Tor anerkannt werden, wenn der Puck mit der Hand in das gegnerische Tor geschlagen wird.

Note 5: Wenn der Linienrichter ein Abseits beobachtet hat, bei dem nicht sofort gepfiffen wurde, ein Gegner den Puck abfängt und über die gegnerische Torlinie in einer Weise schiesst oder schlägt, die einen „unerlaubten Weitschuss" darstellt, ist das beobachtete „Abseits", bei dem der Linienrichter nicht sofort gepfiffen hat, in dem Augenblick aufgehoben, in dem der Puck die blaue Linie überschreitet, und es muß auf die übliche Weise unerlaubter Weitschuß angezeigt werden.

b) Wird der Puck von einem Spieler geschossen, dessen Mannschaft der gegnerischen Mannschaft zahlenmäßig unterlegen ist, muß das Spiel fortgesetzt werden und „unerlaubter Weitschuß" wird nicht angezeigt.

c) Wenn jedoch der Puck über die Torlinie in der gegnerischen Spielhälfte direkt von einem der Spieler ausgeht, der an einem Einwurf teilnimmt, gilt dies nicht als Verstoß gegen diese Regel.

d) Wenn nach Ansicht des Linienrichters ein Spieler der gegnerischen Mannschaft (Torhüter ausgenommen) in der Lage wäre, den Puck zu spielen, bevor dieser seine Torlinie passiert, dies jedoch nicht tut, wird kein unerlaubter Weitschuß angezeigt, und das Spiel geht ohne Unterbrechung wieter.

Note: Dieser Abschnitt dient dazu, den kontinuierlichen Spielablauf durchzusetzen, und sowohl der Schiedsrichter als auch die Linienrichter müssen diese Bestimmungen so auslegen und anwenden, damit dieses Ziel erreicht wird.

e) Wenn der Puck einen Spieler der gegnerischen Mannschaft am Körper, an den Schlittschuhen oder am Stock berührt oder wenn der Puck vor Erreichen der Torlinie einen Teil des Torraumes durchquert oder vor Überschreiten der Torlinie den Torhüter, dessen Schlittschuhe oder dessen Stock berührt, kann dies nicht als „unerlaubter Weitschuß" betrachtet werden, und das Spiel geht ohne Unterbrechung weiter.

f) Sollte der Linienrichter irrtümlich einen Verstoß wegen „unerlaubten Weitschusses des Pucks" (ungeachtet dessen, ob eine der Mannschaften in der Minderheit ist) angezeigt haben, muß der Puck am Anspielpunkt in der Mitte des Spielfeldes eingeworfen werden.

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