Die internationalen Eishockey-Regeln

Regel 409 - Anzeigen von Strafen

29.02.2004

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Eishockeyregeln


Regel 409 - Anzeigen von Strafen

a) Wenn eine strafbare Verletzung einer Regel durch einen Spieler der Mannschaft, die im Besitz des Pucks ist, begangen wird, muß der Schiedsrichter das Spiel sofort unterbrechen und eine Strafe gegen den schuldigen Spieler verhängen. Das darauffolgende Anspiel hat an jener Stelle zu erfolgen, wo das Spiel unterbrochen wurde, sofern die Unterbrechung nicht in der Angriffszone des bestraften Spielers erfolgte; in einem solchen Fall muß das Anspiel am nächstgelegenen Anspielpunkt in der neutralen Zone erfolgen.

b) Wenn eine strafbare Verletzung einer Regel durch einen Spieler der Mannschaft, die NICHT im Besitz des Pucks ist, begangen wird, muß der Schiedsrichter durch Hochheben seines Armes bekunden, daß er eine Strafe anzeigt. Nach Beendigung der Spielphase (wie in nachstehender Note 2 angegeben) durch die Mannschaft, die im Besitz des Pucks war, hat er unverzüglich das Spiel zu unterbrechen und gegen den schuldigen Spieler die Strafe zu verhängen.

Note 1: Das darauffolgende Anspiel hat an jener Stelle zu erfolgen, an der das Spiel unterbrochen wurde, sofern nicht während der Dauer einer verzögerten Strafe wegen eines Fouls durch einen Spieler derjenigen Mannschaft, die sich NICHT im Besitz des Pucks befindet, die im Besitz des Pucks befindliche Mannschaft einen „unerlaubten Weitschuss" macht oder den Puck aus ihrer Verteidigungszone schiesst, so daß er aus dem Spielfeld geht oder unspielbar wird. In einem solchen Fall erfolgt das der Unterbrechung folgende Anspiel in der neutralen Zone nahe der blauen Verteidigungslinie jener Mannschaft, die den Puck geschossen hat. Sollte es sich bei der zu verhängenden Strafe um eine kleine Strafe handeln und wird von der schuldlosen Mannschaft ein Tor erzielt, wird die erste kleine Strafe nicht ausgesprochen; alle weiteren kleinen Strafen, großen Strafen oder Matchstrafen müssen jedoch auf die gewohnte Weise verhängt werden.

Note 2: „Nach Beendigung des Spieles durch die Mannschaft, die im Besitz des Pucks war" bedeutet nach dieser Regel, daß der Puck in den Besitz und unter Kontrolle eines gegnerischen Spielers oder Torhüters gelangte, absichtlich dorthin gelenkt oder blockiert wurde. Dies bezieht sich nicht auf ein Abprallen vom Torhüter, vom Tor oder von den Banden bzw. einen etwaigen zufälligen Kontakt mit dem Körper oder der Ausrüstung eines gegnerischen Spielers.

Note 3: Wenn der Puck, nachdem der Schiedsrichter eine Strafe angezeigt, aber das Spiel noch nicht unterbrochen hat, durch die Aktion eines Spielers der schuldlosen Mannschaft in deren Tor eingedrungen ist, ist das Tor nicht gültig, und die angezeigte Strafe wird in gewohnter Weise verhängt.

Wenn der Schiedsrichter, während eine Matchstrafe infolge einer oder mehrerer kleiner Strafen oder kleiner Bankstrafen in der Minderheit ist, eine weitere kleine Strafe gegen die Mannschaft anzeigt und von der schuldlosen Mannschaft ein Tor geschossen wird, bevor er den Pfiff abgibt, ist das Tor gültig und die angezeigte aufgeschobene Strafe wird aufgehoben, jedoch bleiben Strafen, die auf der Strafbank verbüßt werden, in Kraft.

c) Sollte der gleiche schuldige Spieler entweder vor oder nach der Unterbrechung des Spieles durch den Schiedsrichter in der gleichen Spielphase weitere Fouls verüben, müssen die Strafen vom schuldigen Spieler hintereinander verbüßt werden.

d) Sollten Regelverstöße begangen werden, nachdem der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen hat, müssen die schuldigen Spieler so bestraft werden, als wäre das Spiel im Gange.

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