Die internationalen Eishockey-Regeln

Regel 406 - Strafschuß

29.02.2004

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Eishockeyregeln


Regel 406 - Strafschuß

a) Sollte eine Regelverletzung, für die ein Strafschuß ausgesprochen werden muß, erfolgen und es handelt sich nicht um eine große Strafe, Disziplinarstrafe oder Matchstrafe, kann die schuldlose Mannschaft bestimmen, ob ein Strafschuß ausgeführt oder eine kleine Strafe gegen den schuldigen Spieler verhängt wird. Wird jedoch eine große Strafe, Disziplinar-, Spieldauer-Disziplinar- oder Matchstrafe zusammen mit einem Strafschuss verhängt, ist der Strafschuss auszuführen und die ausgesprochene Strafe ist zusätzlich zu verbüßen.

b) Jede Regelverletzung, die einen Strafschuss nach sich zieht, ist wie folgt zu ahnden:
Der Schiedsrichter veranlasst, das über den Lautsprecher der Name des den Strafschuß ausführenden Spielers bekanntgegeben wird. Er legt dann den Punkt auf den Anspielpunkt in der Mitte des Spielfeldes, von dort muß der den Strafschuß ausführende Spieler auf Anweisung des Schiedsrichters versuchen, ein Tor zu erzielen. Der Spieler, der den Strafschuß ausführt, muß mit dem Puck in Richtung gegnerische Torlinie fahren. Mit dem Schuss ist die Aktion beendet. Durch einen Nachschuss kann kein Tor erzielt werden. Der Strafschuss ist beendet, sobald der Puck die Torlinie überschritten hat. Nur der Torhüter oder Ersatztorhüter darf bei einem Strafschuß das Tor bewachen.

c) Der Torhüter muß in seinem Torraum bleiben, bis der den Strafschuß ausführende Spieler den Puck berührt hat; bei Verletzung dieser Regel oder bei einem Regelverstoß des Torhüters muß der Schiedsrichter die Regelverletzung durch Hochheben des Armes anzeigen und abwarten, ob ein Torschuss erfolgreich ist. Ist dies nicht der Fall, darf der Spieler den Strafschuß wiederholen.

Verlässt der Torhüter den Torraum zu früh, ist wie folgt zu verfahren:
Beim 1. Vergehen: Verwarnung des Torhüters und erneuter Strafschuß;
beim 2. Vergehen: Disziplinarstrafe und erneuter Strafschuß;
beim 3. Vergehen: Ein Tor wird zugesprochen.

Der Torhüter darf versuchen, den Schuss auf jegliche Weise aufzuhalten; ausgenommen durch Werfen seines Stockes oder eines anderen Gegenstandes. In einem solchen Fall muß ein Tor zugesprochen werden.

Note: Vergleiche Regel 633 - Stockwurf

d) Wenn einer Mannschaft ein Strafschuss zugesprochen wurde, wird der Spieler, der den Strafschuss auszuführen hat, vom Kapitän dieser Mannschaft bestimmt. Bestrafte Spieler oder solche, gegen die eine aufgeschobene Strafe angezeigt wurde, dürfen den Strafschuß nicht ausführen. Der Name des Spielers, der den Strafschuß ausführen soll, ist dem Schiedsrichter mitzuteilen und darf dann nicht mehr geändert werden.

Wenn zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Strafschuß zugesprochen wurde, der Torhüter der bestraften Mannschaft sich vom Spielfeld entfernen mußte und durch einen anderen Spieler, einschließlich des Ersatztorhüters, ersetzt wurde, muß der betreffende Torhüter die Erlaubnis erhalten, auf das Spielfeld zurückzukehren, ehe der Strafschuss ausgeführt wird.

e) Während der Ausführung des Strafschusses haben sich die Spieler beider Mannschaften seitlich an die Bande und hinter die rote Mittellinie zurückzuziehen.

f) Wenn während der Ausführung eines Strafschusses sich ein Spieler der gegnerischen Mannschaft durch irgendeine Handlung einmischt oder den Spieler, der den Strafschuss ausführt, ablenkt, so daß der Schuss misslingt, ist ein zweiter Versuch erlaubt, und der Schiedsrichter muß gegen den Spieler, der sich eingemischt bzw. den Spieler, der den Strafschuß ausführte, abgelenkt hatte, eine Disziplinarstrafe verhängen.

g) Wenn ein Tor durch einen Strafschuß erzielt wurde, ist der Puck in der üblichen Weise in der Mitte des Spielfeldes einzuwerfen. Sollte kein Tor erzielt worden sein, ist der Puck an einem der beiden Endanspielpunkte in der Zone, in welcher der Strafschuß versucht wurde, einzuwerfen.

h) Sollte durch einen Strafschuß ein Tor erzielt worden sein, wird gegen den schuldigen Spieler keine weitere Strafe verhängt, es sei denn, bei der Regelverletzung, wegen welcher der Strafschuss verhängt wurde, war eine solche, die eine große Strafe, Matchstrafe, Disziplinarstrafe, Spieldauer-Disziplinarstrafe oder schwere Disziplinarstrafe nach sich zieht; in diesem Fall muß die für die betreffende Regelverletzung vorgesehene Strafe verbüßt werden.

Sollte es sich bei einer Regelverletzung, für die der Strafschuß zugesprochen wurde, um eine solche handeln, für die normalerweise eine kleine Strafe verhängt würde, muß die kleine Strafe nicht verbüßt werden, und zwar ungeachtet der Tatsache, ob durch den Strafschuss ein Tor erzielt wird oder nicht.

i) Wenn das Foul, auf Grund dessen der Strafschuß zugesprochen wurde, in der effektiven Spielzeit begangen wurde, muß der Strafschuss zugesprochen und in der üblichen Weise unverzüglich ausgeführt werden, und zwar ungeachtet einer durch „Slow Whistle" (angezeigte, aber noch nicht gepfiffene Strafe) des Schiedsrichters eingetretenen Verzögerung, um die Beendigung des Spieles zu ermöglichen; diese Verzögerung hat in jedem Spieldrittel den Ablauf der regulären Spielzeit zur Folge.

Die Zeit, die für die Ausführung des Strafschusses benötigt wird, darf weder in die reguläre Spielzeit, noch in die Verlängerung eingerechnet werden.

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